Alexander Böhm
Anton-Günther-Gedenksteine
Von Aichach bis Zwönitz
2. neu überarbeitete Auflage
Chemnitz 2026
204 Seiten
Format 21 x 21 cm
ISBN 978-3-910186-94-1
34,95 Euro
Steine erzählen Geschichte – auf den Spuren Anton Günthers
Ein Gedenkstein ist mehr als ein behauener Fels mit einer Inschrift. Er erzählt von Menschen, von ihrer Verbundenheit mit einem Ort und von dem Wunsch, Erinnerungen weiterzugeben. Genau diese Geschichten erschließt Alexander Böhm in seinem Buch „Anton-Günther-Gedenksteine. Von Aichach bis Zwönitz“. Zum 150. Geburtstag des erzgebirgischen Volksdichters und Sängers liegt nun eine überarbeitete und deutlich erweiterte Neuauflage vor.
Bereits die erste Ausgabe von 2016 führte weit über das Erzgebirge hinaus. Denn wo Menschen nach Flucht und Vertreibung eine neue Heimat fanden, entstanden vielerorts auch Erinnerungsstätten für Anton Günther – in Bayern ebenso wie in Niedersachsen oder Österreich. Böhm macht diese Verbindungen sichtbar und zeigt, wie eng die Geschichte der Gedenksteine mit persönlichen Lebenswegen und dem Wirken der Heimatvereine verknüpft ist.
Die Ausgabe 2026 führt diese Spurensuche auf nunmehr 204 statt bisher 152 Seiten fort. Hinzugekommen sind unter anderem Beiträge über Dittersdorf, Hausdorf, Heidersdorf, Meinersdorf, Schönheide und Thalheim. Gerade die jüngsten Anlagen zeigen, dass die Verehrung Anton Günthers bis heute Menschen zusammenführt. Anschaulich schildert der Autor, wie aus einer persönlichen Idee durch Beharrlichkeit, handwerkliches Geschick und gemeinschaftliches Engagement ein öffentlicher Erinnerungsort entsteht.
Der Gewinn der Neuauflage liegt jedoch ebenso in der erneuten Beschäftigung mit den bereits bekannten Stätten. Böhm hat fast alle Gedenksteine nochmals besucht, neue Fotografien aufgenommen und weitere Informationen zusammengetragen. Historische Ansichten, Dokumente und aktuelle Aufnahmen ergänzen einander und machen Veränderungen nachvollziehbar. Ein neuer Abschnitt erweitert den Blick auf Schnitzfiguren, Gedenktafeln, Rastplätze und andere Orte, die an den Dichter erinnern.
Dabei bleibt das Buch angenehm zugänglich. Die alphabetische Gliederung erleichtert das Nachschlagen; Karten, Lagebeschreibungen und QR-Codes mit Standortdaten unterstützen eigene Entdeckungen. Ein Wandertipp und die Kurzbiografie Anton Günthers runden den Band ab. Die Geleitworte seiner Enkel Christine Pollmer und Anton Günther Lehmann geben der Neuauflage zudem eine persönliche Note.
So verbindet Alexander Böhm regionale Geschichtsforschung mit der Einladung, selbst aufzubrechen. Für Freunde erzgebirgischer Kultur, Wanderer und heimatgeschichtlich Interessierte ist der Band eine anregende Lektüre. Auch Besitzer der ersten Ausgabe finden zahlreiche neue Entdeckungen – und einen eindrucksvollen Einblick darin, wie Erinnerung über Generationen hinweg lebendig bleibt.